22.12.2019 Heimgang Stefanie Passath

22.12.2019 Heimgang Stefanie Passath

Am 16. Dezember 2018 wurde unsere Schwester Stefanie Passath nach langem schweren Leiden erlöst und in die Ewigkeit gerufen.

Unser Apostel i.R. Rudolf Kainz hielt die Verabschiedung am 21.12.2018 in der Aufbahrungshalle Leibnitz.

Anstatt eines Lebenslaufes wurde ein Brief der Kinder an ihre Mutter verlesen:

Liebe MAMA,

an dieser Stelle einen klassischen Lebenslauf vorzulesen, wäre für uns fehl am Platz. Einen Lebenslauf verbinden wir mit einer Bewerbung, sprich einer Verpflichtung, die uns im besten Fall unser irdisches Auskommen besorgt, worüber du dir bestimmt keine Sorgen mehr machen musst.

Viel lieber möchten wir mit all deinen Liebsten hier auf deinen Wandel auf der Erde zurückblicken und dich so in unsere Mitte holen, wo du dann für immer sein wirst.

 

Am 27.11.1960 wurdest du als zweites von insgesamt neun Kindern in Spielfeld geboren, wo du auch die längste Zeit deiner Kindheit verbrachtest. Zur Schule bist du immer gerne gegangen, vor allem weil dort schon deine Freundin Ully auf dich gewartet hat zum Tratschen und Spielen.

Doch Spielfeld sollte nicht euer zu Hause bleiben. Nach einiger Zeit führte euch der Weg nach Wielitsch/Berghausen. Dort war es euch dann auch möglich als große Familie mit Papa Franz, Mama Steffi und deinen Geschwistern Franzi, Alois, Rudi, Karli, Ewald, Herbert, und deinem Herzstück Resi zusammen zu leben.

Schließlich kam dann doch der Ruf „der großen Welt“ und so fuhrst du nach deiner Schulzeit häufig zum Arbeiten auf Saison oder verdientest dein Geld als Schneiderin. Du mochtest das Arbeiten in der Gastronomie sehr und fandst schlussendlich deine wohl „verhängnisvollste“ Stelle im damaligen Schlosskeller Seggau, wo Papa und du euch kennen gelernt habt. Für den damaligen Berufsschüler Heinz war es Liebe auf den zweiten Blick – er hatte den ersten leider versäumt. 😉

Doch es stellte sich damals schon heraus, dass unsere MAMA keinesfalls nachtragend war und so bekam unser Lieber Papa doch noch seine Chance. Diese nutzte er auch und so führte die innige Beziehung zur Hochzeit am 17.07.1982. Aus dieser Ehe ging wohl der größte Schatz für unsere Mutter hervor: ihre vier Kinder NIKI, NATALIE, BETTINA und ROBERT. Aufopfernd und liebevoll zog sie uns vier Kinder groß, während Heinz für das tägliche Brot sorgte. Egal welche Aufgabe wir unserer MAMA stellten, keine war ihr zu groß oder gar zu schwierig, kein Weg zu weit oder keine doppelte Fahrt wegen einer vergessenen Hausübung zu viel.

Steffi war nicht nur zur Stelle, wenn die Familie sie brauchte, nein, sie engagierte sich mit ungeheurer Kraft und Ausdauer für alle Dinge, die ihr wichtig waren und am Herzen lagen. Allen voran stand die Kirche und ihr Glaube. Steffi half mit beim Blumenschmuck, der Kirchenreinigung, den Weihnachtsfeiern und Osterbasare, bei den Kinder und Jugendfesten und vor allem bei der Unterstützung unseres Vaters bei seinen priesterlichen Tätigkeiten.

Nach und nach begann die Familie zu wachsen und das Haus im Ernst-Goll-Weg, in dem sie über drei Jahrzehnte lebte, wurde voller. Schwiegersöhne kamen und uns Kleinen boten sich unverhoffte Möglichkeiten, denn so sauber sie das Haus auch gern hatte, wenn mal etwas stehen blieb, war es sicher Markus, denn dann hieß es lediglich: „Aso, da Markus!“ und alles war gut 😊.

Leider gab es auch nicht nur Sonnentage im Leben von Steffi. In ihr wurde es so manchmal etwas trüb und dies brachte auch die eine oder andere Krankheit mit sich. Doch sie baute vor und hat uns als Familie so fest zusammengeschweißt, dass uns nichts trennen konnte. In diesen Zeiten wurde uns Kindern vorgelebt was es bedeutet eine Ehe zu führen. Mama und Papa stützten sich zu jeder Zeit so gut sie nur konnten.

2008 ereilte uns die bis dahin schlimmste Diagnose unserer MAMA: Brustkrebs. Diesem ließ sie keine Chance und überwand ihn in kürzester Zeit. Es blieb auch nicht viel Zeit, denn wenig später hieß es: „Vorbereiten, Marlene kommt!“ – das erste Enkerl. Auch dieses behütete sie bei Besuchen wie ihr eigenes Kind und schloss Sie tief ins Herz.

In den darauffolgenden Jahren beschloss Steffi ihr Leben voll und ganz zu genießen. Es gab tolle Feste und Buschenschankrunden im Kreise der Familie, daraus entwickelte sich ein harter Kern ihrer Cousinen, Resi und einigen Freunden.

Doch eine Gruppe ihrer Familie lag ihr wohl besonders am Herzen, das waren ihre Nichten und Neffen. Als wir klein waren, durften wir uns immer über Besuche freuen, besonders wenn Daniel, Marian und Ramona aus Tirol kamen. Wenn keiner kommen konnte, sind wir einfach zu ihnen gefahren. Steffi wusste auch, welchen Rückhalt sie bei ihren Nichten und Neffen finden würde. So läutete beispielsweise oftmals Vanessas Telefon und man hörte zumeist „Fahrma zum Gallunder auf a Jausn?“ und jeder verbrachte gern die Zeit mit ihr.

Leider holte sie im Oktober 2016 ihre schwere Krankheit der Krebs abermals ein und der Kampf begann von vorne. Steffi verlor nie den Mut zu leben und fragte immer wieder die Ärzte, was sie denn noch machen könnten. Sie hatte eine tolle Einstellung und stand fest im Glauben. Diese Tatsachen und die Unterstützung ihrer Familie ließen manche Dinge leichter werden.

Im letzten Jahr ging es oft hoch und runter, doch sie kämpfte für ihre großen Ziele: Die Hochzeit ihres Sohnes Robert, ihrer Nichte Jasmin und Ihres Neffen Marian. Bei Robert und Jasmin konnte sie dabei sein und feierte ausgelassene Feste. An Marians Hochzeit nahm sie mit viel Wehmut leider nur im Herzen teil.

Als sich ihr körperlicher Zustand zunehmend verschlechterte, durften wir uns auf die Unterstützung zweier unglaublich netter und liebenswerter Damen stützen, die unserer MAMA all ihre Wünsche ermöglicht haben. Steffi schloss Franziska und Dagmar sofort in ihr großes Herz und vertraute ihnen voll und ganz.

 

 

Unsere liebe MAMA wurde am 16.12.2018 abends im Beisein ihres Mannes Heinz und all ihrer Kinder in die Ewigkeit gerufen. Aufgrund ihres tiefen und festen Glaubens konnte sie ruhig einschlafen und friedlich in die Ewigkeit gehen.

 

MAMA du wirst für immer in unserer Mitte sein und vergiss bitte eines nicht,

 

Nimmer vergeht, was du liebend getan.